Verlust

Tipps für die Begleitung einer Schwangerschaft nach Schwangerschaftsverlust

Nahaufnahme einer Hand auf dem Bauch während einer Folgeschwangerschaft
Lisa Stahlschmitt

Lisa Stahlschmitt – Mitgründerin von lunamay und zweifache Mama

Während ihrer ersten Schwangerschaft erlebte Lisa viele Herausforderungen: Übelkeit, Erschöpfung und das Gefühl, oft allein zu sein. Besonders die Suche nach passenden Nahrungsergänzungsmitteln empfand sie als überfordernd und wenig vertrauenswürdig. Sie begann selbst zu recherchieren – vertiefte sich in Studien, natürliche Ansätze und fundiertes Wissen. So entstand schließlich genau das, was sie sich selbst gewünscht hätte. In ihrer zweiten Schwangerschaft erlebte sie, wie viel leichter dieser Weg sein kann. Daraus entstand lunamay – mit dem Wunsch, Frauen ehrlich und ganzheitlich zu begleiten.

DISCLAIMER / TRIGGERHINWEIS

Dieser Beitrag enthält Inhalte zu Schwangerschaftsverlust, Trauerreaktionen, medizinischen Risiken und emotionalen Belastungen. Bitte lies ihn nur, wenn du dich stabil genug dafür fühlst.


Wir verwenden bewusst nicht die Begriffe Fehlgeburt oder Missgeburt, da diese sprachlich implizieren, es sei etwas „falsch“ gelaufen oder „misslungen“. Beides ist weder medizinisch korrekt noch respektvoll gegenüber den Betroffenen.
Stattdessen sprechen wir von Schwangerschaftsverlust oder Verlust in der frühen bzw. späten Schwangerschaft.


Wenn du akute Belastung, Traurigkeit oder Überforderung empfindest, kannst du dich jederzeit an folgende Stellen wenden:


Deutschland:

  • Hilfetelefon „Schwangere in Not“: 0800 40 40 020
  • Nummer gegen Kummer: 116 111
  • TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111
  • Bundesverband Verwaiste Eltern: www.veid.de
  • Trauerbegleiterinnen (BVT): www.bv-trauerbegleitung.de

Österreich:

  • Frauenhelpline: 0800 222 555
  • Rat auf Draht: 147

Schweiz:

  • Dargebotene Hand: 143

Bitte hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst. Du musst nicht allein da durch.

Schwangerschaft nach Verlust – medizinisch fundiert & achtsam begleitet

Eine Schwangerschaft nach einem Verlust ist eine besondere Situation. Sie bringt körperliche Veränderungen, hormonelle Umstellungen und oft eine intensive emotionale Belastung mit sich. Viele Frauen beschreiben diese Phase als ambivalent: Einerseits Freude über eine neue Chance, andererseits Angst, dass sich das Erlebte wiederholt.


Dieser Artikel fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Schwangerschaften nach einem Schwangerschaftsverlust zusammen, erklärt, welche physiologischen und psychischen Prozesse dabei ablaufen – und zeigt, wie du deinen Körper und deine mentale Gesundheit in dieser Zeit gezielt unterstützen kannst.

Medizinischer und emotionaler Kontext: Was eine Schwangerschaft nach Verlust bedeutet

Etwa 15–20 % aller klinisch erfassten Schwangerschaften enden laut WHO-Angaben in einem frühen Verlust. Bei Frauen über 35 Jahren steigt das Risiko auf bis zu 25 %, ab 40 Jahren sogar auf rund 35 %. Die Ursachen sind vielfältig – genetische Faktoren, hormonelle Störungen, immunologische Prozesse oder strukturelle Veränderungen der Gebärmutter.


Eine Folgeschwangerschaft unterscheidet sich biologisch nicht grundsätzlich von jeder anderen Schwangerschaft – aber psychologisch und hormonell ist sie oft deutlich belastender. Untersuchungen zeigen, dass Frauen nach einem Verlust häufiger unter erhöhten Cortisolwerten, Schlafstörungen und Anzeichen einer Anpassungsstörung leiden (Côté-Arsenault et al., 2017). Diese Faktoren können das Erleben der Schwangerschaft stark beeinflussen – selbst bei normalem Verlauf.


Medizinische Beratung während einer Schwangerschaft nach Verlust

Psychologische Reaktionen: Warum Ambivalenz normal ist


Emotionale Ambivalenz – also gleichzeitige Freude und Angst – ist in Folgeschwangerschaften sehr häufig. 

Das hat neurobiologische Ursachen: 
Nach traumatischen Erlebnissen reagiert das Gehirn sensibler auf potenzielle Bedrohungssignale.

Das limbische System (vor allem die Amygdala) ist dabei überaktiv, während die präfrontale Rinde – zuständig für rationale Beruhigung – länger braucht, um wieder Kontrolle zu gewinnen.


Typische emotionale Reaktionen:

  • Verstärkte Wachsamkeit gegenüber körperlichen Symptomen

  • Kontrollbedürfnis (häufige Ultraschalltermine, ständige Überwachung)

  • Vermeidung von Nähe (Angst, sich „zu früh zu freuen“)

  • Gefühl von Entfremdung vom eigenen Körper


Studien belegen, dass rund 60 % der Frauen in Folgeschwangerschaften erhöhte Angstwerte und bis zu 30 % depressive Symptome zeigen (Armstrong et al., Birth, 2004). 

Diese Symptome sind keine „Schwäche“, sondern eine normale Reaktion auf Kontrollverlust und Trauma.


Physiologische Aspekte: Was im Körper passiert


Nach einem Verlust braucht der Körper Zeit, um hormonell und metabolisch ins Gleichgewicht zu kommen. Zyklus und Ovulation können sich innerhalb weniger Wochen normalisieren, doch Nährstoffspeicher, Schilddrüsenhormone und Eisenspiegel benötigen länger.


Häufige physiologische Veränderungen nach einem Verlust:

  • Eisenmangel (durch Blutverlust oder Entzündungsprozesse)

  • Niedriger Ferritinwert (wichtig für Energiestoffwechsel)

  • Folsäure- und Vitamin B12-Mangel (Zellteilung, Einnistung)

  • Schilddrüsendysfunktion (v. a. TSH-Anstieg) nach postpartalen Entzündungen

  • Niedrige Omega-3-Spiegel, die mit Stimmungsschwankungen korrelieren


Eine Studie von Lancet Global Health (2022) zeigt, dass optimale Mikronährstoffversorgung vor und während der Folgeschwangerschaft das Risiko für einen erneuten Verlust signifikant senkt.


Nährstoffversorgung und Supplementierung – evidenzbasierte Empfehlungen


Besonders wichtige Mikronährstoffe:


Nährstoff

Funktion

Relevanz in der Folgeschwangerschaft

Folat (Vitamin B9)

Zellteilung, Embryonalentwicklung

Reduziert Risiko für Neuralrohrdefekte, fördert Geweberegeneration

Vitamin B12

Energie, Blutbildung

Wichtig bei pflanzlicher Ernährung und nach Blutverlust

Eisen

Sauerstofftransport

Häufiger Mangel nach Fehlgeburt oder Geburt

Zink & Selen

Antioxidativ, Hormonregulation

Schützen Zellen und regulieren Schilddrüse

Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA)

Entzündungsregulation, Gehirnfunktion

Fördern emotionale Stabilität, reduzieren depressive Symptome

Magnesium

Muskelentspannung, Stressregulation

Wirkt beruhigend auf Nervensystem


Hinweis:  lunamay bietet mit der Regenerationsformel und der Kinderwunschformel Präparate an, die gezielt für diese Phasen entwickelt wurden – auf Basis von EFSA-Referenzwerten und aktuellen Studien.

Psychische Stabilisierung – evidenzbasierte Ansätze


Trauer, Angst und Schuldgefühle sind häufig, aber behandelbar. Empfohlen wird eine Kombination aus psychotherapeutischer Begleitung, sozialer Unterstützung und körperlicher Selbstfürsorge.


Effektive Strategien:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): hilft, Grübelgedanken zu unterbrechen

  • Achtsamkeitsbasierte Methoden (MBSR): nachweislich stressreduzierend

  • Moderate Bewegung: senkt Cortisol, erhöht Endorphine

  • Strukturierte Tagesabläufe: geben Sicherheit


Eine Metaanalyse (Psychoneuroendocrinology, 2020) zeigt, dass achtsamkeitsbasierte Übungen in Schwangerschaften nach Verlust das Angstniveau um durchschnittlich 30 % reduzieren können.


Partnerschaft, Umfeld und Kommunikation


Auch Partner erleben den Verlust – oft stiller, aber nicht weniger intensiv. Paare profitieren von klarer Kommunikation und Verständnis für unterschiedliche Trauerverläufe. Männer zeigen in Studien tendenziell mehr Vermeidungsverhalten, Frauen häufiger expressive Trauerreaktionen.


Kommunikation hilft, Missverständnisse zu vermeiden:

  • „Ich möchte gerade nicht reden, aber ich bin da.“

  • „Ich habe Angst, dass ich wieder verletzt werde.“

  • „Ich brauche deine Nähe, auch wenn ich ruhig bin.“


Wenn du ohne Partner bist, kann Unterstützung durch eine Doula, Therapeutin oder Selbsthilfegruppe helfen, soziale Isolation zu vermeiden.


Paar sitzt eng beieinander und spricht über Schwangerschaft nach Verlust

Meilensteine & sensible Daten


Der Tag des Verlusts oder der ursprüngliche Entbindungstermin können intensive Erinnerungen hervorrufen. Das ist normal und wird in der Psychotraumatologie als „Anniversary Reaction“ bezeichnet.


Was hilft:

  • Termine bewusst planen (z. B. an diesen Tagen nicht arbeiten)

  • kleine Rituale (Kerze, Spaziergang, Schreiben)

  • begleitende Gespräche mit Hebamme oder Therapeutin


Diese Reaktionen sind keine Rückschritte, sondern Zeichen emotionaler Integration.


Frühe Schwangerschaft: Angst vor dem Neubeginn


Viele empfinden den Beginn der neuen Schwangerschaft als besonders belastend. Übelkeit, Müdigkeit und Wartezeiten bis zur 12. Woche verstärken das Gefühl von Unsicherheit. Neuroendokrinologische Studien zeigen, dass Progesteronanstieg und emotionale Ambivalenz eng zusammenhängen – beides ist physiologisch, aber psychisch fordernd.


Praktische Tipps:

  • Frühzeitiger Kontakt zur Hebamme (auch parallel zur Ärztin)

  • Fokus auf Routineuntersuchungen, nicht auf Dauerüberwachung

  • Reduzierter Medienkonsum

  • Rituale für Sicherheit (z. B. Atemübungen vor Terminen)

Körperliche und emotionale Selbstfürsorge – integrativer Ansatz

Körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden sind eng verbunden. Ein integrativer Ansatz kann helfen, beides zu stabilisieren:


Ernährung:

  • Vollwertige, pflanzenbasierte Kost mit moderatem Eiweißanteil

  • Fokus auf Omega-3, Zink, Magnesium, Vitamin D

  • Meiden von stark verarbeiteten Lebensmitteln, Transfetten und übermäßigem Zucker


Bewegung:

  • Tägliche moderate Aktivität (Spazieren, Schwimmen, Yoga)

  • Reduziert Stresshormone, verbessert Schlafqualität


Schlaf:

  • Regelmäßige Schlafzeiten fördern Hormonbalance und psychische Stabilität


Mentale Gesundheit:

  • Entspannungsübungen (z. B. 4-7-8-Atemtechnik)

  • Psychoedukation über Körperreaktionen

  • Gespräche mit Fachpersonen


Fazit

Eine Schwangerschaft nach einem Verlust ist keine Rückkehr zur Normalität – sie ist ein Übergang. Sie verlangt Mitgefühl, Geduld und medizinische wie emotionale Unterstützung.


Mit evidenzbasiertem Wissen, guter Nährstoffversorgung und achtsamer Begleitung kann diese Zeit stabiler und vertrauensvoller werden. Heilung bedeutet nicht, dass die Vergangenheit verschwindet – sondern, dass du lernst, mit ihr zu leben.

Lisa Stahlschmitt

Was ist eigentlich lunamay?

lunamay steht für hochwertige, vegane Nährstoffe, speziell entwickelt für jede Phase deiner Mutterschaft. Unsere Formeln sind minimalistisch, wissenschaftlich fundiert und zu 100 % auf dich abgestimmt.

Alle Produkte werden in Europa hergestellt, streng geprüft und enthalten nur das, was du wirklich brauchst – ohne unnötige Zusätze. Nachhaltigkeit ist für uns selbstverständlich: klimaneutraler Versand mit DHL GoGreen, faire Produktion und recycelbare Verpackungen.

lunamay begleitet dich mit Wissen, Vertrauen und echter Fürsorge – vom Kinderwunsch bis zur Regeneration.

Entdecke deine passende Unterstützung auf luna-may.com

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